Schon mehrfach hat Bootsbauer und Innungsobermeister Rüdiger Hillmann bei fachlichen Fragen in Sachen Reparaturen und Lackierungen sein umfangreiches Wissen und seine Erfahrungen mit uns geteilt. Auch bei der Behandlung von Teak-Decks hat uns der Experte wieder beraten. „Holz ist ein Naturprodukt und es altert unterschiedlich“, weiß der Fachmann zu berichten. Das Ergebnis ist abhängig von der Umgebung. Liegt das Boot im Salzwasser, ergibt sich beim Teakdeck im Laufe der Zeit eine silbrige Oberfläche, die allgemein als edler empfunden und deshalb weniger häufig einer Überarbeitung unterzogen wird. Im Süßwasser dagegen ist der Farbton schmutziger. Das Bedürfnis den Originalzustand wieder herzustellen könnte hier also früher kommen. Grundsätzlich gibt es beim Auffrischen eines Decksbelags unterschiedliche Methoden und natürlich ebenso verschiedene Meinungen bei der Vorgehensweise. Ob man der Oberfläche, an der der Zahn der Zeit genagt hat, nun mit Schmirgelpapier oder der chemischen Keule an den Leib geht, ist aber nicht nur eine Frage des Geschmacks. Es gibt gute Gründe für beide Varianten.
Kontrolle der Rettungsmittel
Wenn nicht, wird es jetzt höchste Zeit, denn eine Notsituation tritt ja stets unverhofft ein. Was nützt es da, wenn die Crew die Automatikwesten zwar ordnungsgemäß angelegt hat, die sich aber nach dem Überbordgehen nicht aufblasen? Genau, gar nichts! Jede Weste trägt eine Prüfplakette, ganz ähnlich den TÜV-Plaketten auf dem Auto-Kennzeichen. Daraus geht ganz klar hervor, wann eine Weste zum TÜV, sprich, zur Wartung muss. Die kann man zwar auch selbst durchführen, aber dann gibt es nicht nur keine Plakette, dann garantiert auch niemand für die Funktionalität im Ernstfall. Ersatzpatronen mit dem Treibgas CO2 und Auslösetabletten der Automatik sind dennoch im Fachhandel für jeden Westentyp erhältlich. Die Wartung durch den Fachmann soll ja nur alle zwei Jahre erfolgen, nicht nach jedem Einsatz. Denn die korrekte Wartung umfasst wesentlich mehr als nur den bloßen Austausch von Patrone und Auslösetabletten.
Kleinreparaturen
Kleine Schrammen oder Scheuerstellen in der Gelcoat-Beschichtung sind keine Seltenheit. Ein falsch positionierter Fender oder ein Moment der Unachtsamkeit und eh man sich versieht, ist die Berührung mit dem Steg oder der Kaimauer schon geschehen. Das Resultat sind oft nur kleinere Macken, die aber nicht nur als Schönheitsfehler zu betrachten sind. Denn Haarrisse entstehen bei einem bereits mit Schrammen versehenen Gelcoat schneller als bei einer glatten oder gar polierten Oberfläche. Dringt in diese Haarrisse dann Wasser ein, ist der Weg zur Glasfaser schnell gemacht. Drohende Osmose kann die Folge sein. Bootsbauer Rüdiger Hillmann, Innungsobermeister für Hessen, Nordbaden, Saarland, Rheinland-Pfalz und Unterfranken, hat uns die Arbeitsfolge der Handwerker verraten. Grundsätzlich können so auch geschickte Heimwerker die Folgen solcher Bagatellschäden selbst reparieren. Ausreichend Übung beim Schleifen sollten die ambitionierten Eigner allerdings haben, denn ein Gelcoat ist nicht besonders dick und bei zu arglosem Umgang und fehlendem Fingerspitzengefühl ist er schnell durchgeschliffen. Die dann notwendige großflächige Reparatur der Bootshaut ist sicher wesentlich teurer als die Kleinreparatur, die man gleich beim Handwerksbetrieb seines Vertrauens durchführen lassen kann.
Magic Bus
Bis vor gar nicht allzu langer Zeit musste für jedes Instrument am Steuerstand eine jeweils separate Stromversorgung hergestellt werden. Hinzu kam die Verbindung zur Datenlieferung der zugehörigen Sensorik. Vor 30 Jahren, als schon Echolot und Logge an Bord von Sportbooten als exklusive Ausrüstungsteile angesehen wurden, war die Verdrahtung noch recht übersichtlich. In Addition mit den Kabelsträngen der Motorüberwachung und der Bordverbraucher wie Navigationsbeleuchtung, Scheibenwischer, Signalhorn, Wasserversorgung und anderem stellte sich aber rasch ein regelrechter „Drahtverhau“ hinter den Abdeckungen ein. Sollte aufgerüstet werden, war wiederum Strippenziehen angesagt, und das unter meist recht schwierigen Bedingungen. Für jedes zusätzlich installierte Instrument wurde ein „Schienenstrang“ in Form von Strom- und Datenkabel verlegt, einzig geeignet, nur ein einziges Instrument funktionstüchtig zu machen. Bei Booten mit zwei Steuerständen kamen da rasch mehrere hundert Meter „Kabelmasse“ zusammen. Renommierte Werften kodierten ihre Verkabelung und versahen den Eigner denn auch schon lange vor der CE-Einführung mit einer umfangreichen Dokumentation über das Was und Wo und Wohin der bunten Drähte, womit die meisten Skipper allerdings überfordert waren.
Sicherheit und Rettungsmittel Teil 2
Es ist bei jeder Unfallart das Gleiche. Das Augenmerk muss immer auf der Prävention liegen, denn wenn Gefahren minimiert werden, tritt die Notsituation in den meisten Fällen gar nicht erst auf. Reicht der Sprit auch wirklich bis zum Ziel oder wird man durch Treibstoffmangel zum manövrierunfähigen Spielball der Wellen? Sind die Akkus des UKW-Handfunkgerätes oder des Mobiltelefons auch frisch geladen, damit im Notfall Hilfe herbeigeholt werden kann? Das sind nur einige Beispiele für Fragen, die sich jeder Skipper vor dem Ablegen stellen sollte. Sichere Navigation mit allen dazu nötigen Hilfsmitteln ist eine der Grundsäulen der Prävention. Dazu gehört auch das aufmerksame Verfolgen von Wetterberichten, denn wenn bekannt ist, dass eine Schlechtwetterfront mit Sturmböen naht, läuft man besser gar nicht erst aus, sondern wartet, bis sich die Situation gebessert hat. Auch die Wartezeit kann sinnvoll verbracht werden. Mit anstehenden Reparaturen beispielsweise. Denn die dienen oft einer besseren Sicherheit an Bord. Eine aus dem Laminat gerissene Relingstütze könnte irgendwann zu Unfällen führen. Also sollte man sich besser gleich an die Arbeit machen und das Malheur beheben. Grundsätzlich muss alles auf einer Yacht regelmäßig geprüft werden. Insbesondere sicherheitsrelevantes Zubehör. Am besten vor Saisonbeginn, um Defekte, die durch die Lagerung entstanden, noch rechtzeitig zu beheben. So ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man in den schönen Sommermonaten den Aufenthalt auf dem Wasser in vollen Zügen und sorgenfrei genießen kann.
Minox BN 7×50 DCM
Die Marke Minox wurde durch die weltbekannten Spionagekameras im Hosentaschenformat zur Legende. Die Mini-Knipsen waren damals das innovativste Produkt in diesem Segment und lange unerreicht. Doch die Zeiten sind längst vorbei. Seit fast 20 Jahren ist Minox auch ein bedeutender Hersteller von Ferngläsern. Da neue Ideen wohl zu den Stärken der Tüftler aus Wetzlar gehören, hat man nun im Wassersport-Bereich eine Marktlücke entdeckt. Innovative Produkte gab es im Segment der Marineferngläser länger nicht mehr. Die Einführung von Kompass oder Strichplatte ist lange her. Zuletzt konnte Platzhirsch Steiner mit seiner kompakten Serie von Marineprodukten den Markt etwas aufmischen. Der Ansatz von Minox ist ganz anders. Funktionalität durch moderne Elektronik lautet das Stichwort. Zwar ist ein elektronischer Kompass in Marineferngläsern nicht neu, aber auf dem Markt eher selten anzutreffen. Vielleicht, weil bisher kaum mehr geboten wurde als bei analogen Modellen. Doch Minox geht hier andere Wege. Mit moderner Mikroelektronik lässt sich auf minimalem Platz deutlich mehr unterbringen. Und so ziehen beim BN 7x50 DCM gleich mehrere Funktionen in das Fernglas ein, die es bisher nicht gab. Ob Luftdruck, Temperatur, Höhenmesser oder Stoppuhr, alles ist im neuen Boliden abrufbar. Auch eine elektronische Strichplatte kann eingeblendet werden. Damit verfügt das neue Marineglas über einen bisher nirgends realisierten Leistungsumfang und hat bei den Features - in diesem Segment - die Nase vorn.
Sicherheit und Rettungsmittel Teil1
Es sollte eigentlich gar nicht so weit kommen. Wer das Wetter stets beobachtet und regelmäßig neueste Informationen dazu einholt, wird kaum in einen Sturm geraten. Wer sicher navigiert und entsprechende Hilfsmittel wie Seekarten und ein modernes Sonar mit Tiefenalarm benutzt, wird selten auf Grund laufen. Wer aufmerksam beobachtet und die Anzeigen auf dem Radar oder AIS beachtet, sollte eine Kollision immer vermeiden können. Aber trotzdem gibt es Unfälle. Die Praxis zeigt leider, dass Fehler menschlich sind. Oft ist nicht ein einziges Problem für das Malheur verantwortlich, sondern eine Verkettung mehrerer Faktoren. Meist geschieht das schnell und ohne Vorwarnung. Doch viele Unfälle sind vermeidbar. Nicht selten sind Nachlässigkeiten die Ursache für kleine oder große Katastrophen. Ständige Aufmerksamkeit und eine gute Vorbereitung auf den Fall der Fälle ist deshalb der beste Schutz.
Schwimmwesten für Kinder
Wahrscheinlich ist anschließend der Vater ins kalte Wasser gesprungen oder fiel von Bord, als er seinen Junior aus dem Wasser ziehen wollte. Das führerlose Boot fuhr im Standgas weiter. Von Augenzeugen wurde die Wasserpolizei verständigt. Die Beamten fanden das bewusstlose Kind im Wasser. Es starb aber am folgenden Tag im Krankenhaus in Zürich. Vom Vater fehlte zunächst jede Spur. Polizeitaucher bargen später seine Leiche aus 66  m Tiefe. Dieser Unfall auf dem Vierwaldstätter See wäre sicherlich anders ausgegangen, wenn das Kind eine Schwimmweste angelegt hätte. Denn sicher ist: Wer eine Schwimmweste trägt, geht nicht unter. Und mit einer Kinderschwimmweste kann ein Kind viel schneller wieder an Bord gezogen werden, als wenn es sich nur durch Schwimmbewegungen an der Oberfläche hält. Leider sind auch schon Kinder ertrunken, die die Prüfung für das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ abgelegt hatten. Was im Hallenbad möglich ist (für das „Seepferdchen“ wird aber nur verlangt, dass das Kind 25 m weit schwimmen kann), muss nicht unbedingt auch im kalten Wasser der Ostsee oder auf einem Schweizer See funktionieren.
Terrestrische Navigation
Aber auch im Jahre 2011 muss jeder, der die Prüfung zum Amtlichen Sportbootführerschein See ablegen will, zu recht antiquiert wirkenden Mitteln wie Seekarte, Winkelmesser, Anlegedreieck, Zirkel und Bleistift greifen, um die gestellte Navigationsaufgabe zu lösen. Dabei haben GPS und Kartenplotter doch schon längst Einzug an Bord selbst von Booten gehalten, die wohl niemals in Küstengewässern bewegt werden. Ganz nach Gusto des navigierenden Skippers kann man den auf dem Farbmonitor dargestellten Kartenausschnitt den Bedürfnissen anpassen, um AIS und vielleicht ein Radargerät erweitert, gar die Kurse der anderen Sportboote und Berufsschiffe klar zu erkennen. Weshalb dann noch den ganzen nostalgischen Kram an Bord mitführen, wo es doch sowieso an Stauraum mangelt? Die Antwort ist so simpel wie kurz: Weil es guter Seemannschaft entspricht! Auf den wenigsten Sportbooten sind die elektronischen Navigationseinrichtungen redundant, also doppelt und in voneinander getrennten Systemen verbaut. Eine defekte Sicherung (ohne Ersatz an Bord), ein Tröpfchen Salzwasser an der falschen Stelle, schon kann der eben noch so brillant darstellende Plotter im wahrsten Sinne des Wortes zur Mattscheibe werden.
Sinnvolle Ausrüstung
Sicherheitsrelevante Ausrüstungsgegenstände müssen natürlich ganz oben auf der Einkaufsliste stehen. Ist ein Boot erst einmal damit bestückt, gibt es aber noch viel mehr sinnvolles Zubehör. Die Bedürfnisse von Freizeitkapitänen sind bekannter Maßen sehr unterschiedlich. Auch die Bootsgröße ist natürlich ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl. Schlauchbootfahrer träumen vielleicht von einer Badeleiter, um nach der Erfrischung im Wasser besser an Bord zu kommen. Besitzer von großen Kajütbooten dagegen vom Luxus einer elektrischen Toilette oder Klimaanlage. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, was für die eigenen Ansprüche sinnvoll ist und was nicht. Elektronisches Zubehör ist bewusst nicht Bestandteil dieser Übersicht, denn die Neuheiten rund um die modularen Multifunktions-Displays haben wir bereits in der vorigen Skipper-Ausgabe vorgestellt. Noch mehr elektronisches Zubehör wird dann im nächsten Heft folgen.
