Irgendwann erwischt es jeden. „Schiffsreisende“, die noch nie seekrank waren, sind eher selten. Es gibt jedoch eine Reihe von Hausmitteln, Arzneien, Tipps und Tricks, die im Kampf gegen die Seekrankheit helfen sollen. Als verantwortlicher Bootsführer sollte man sich daher nicht nur für sich selber mit diesem Thema auskennen. Vitamin C heißt das Zauberwort, das seit gut zwei Jahren auf vielen Yachten als Mittel gegen Seekrankheit eingesetzt wird. Dr. Reinhard Jarisch, eigentlich Facharzt für HNO, ist der Begründer dieser These. Als er sich mit der Histamin-Toleranz bzw. mit der seltenen Krankheit Histamin-Intoleranz beschäftigte, stellte er fest, dass Vitamin C sehr stark Histamine abbaut. Und da der Histamingehalt im Gehirn – wahrscheinlich neben weiteren Ursachen – verantwortlich für die Seekrankheit ist (oder zumindest sein soll), ergab sich die einfache und logische Theorie für das gesunde Zaubermittel an Bord.
Auswintern
Wer sein Boot im vergangenen Herbst gründlich abgedampft und gesäubert hat, kann jetzt von einem erheblich geringeren Zeitaufwand ausgehen. Ansonsten gilt es, hartnäckigem Gilb am Wasserpass, unschönen Schlieren, matten Stellen oder kleineren Blessuren in der Gelcoatschicht unverzüglich zu Leibe zu rücken. Dabei sollte man unbedingt auf aggressives Scheuerpulver und kratzende Bürsten verzichten und stattdessen geeignete Reiniger, Rubbings oder GFK-Schleifpasten aus dem Fachhandel verwenden. Zur Versiegelung der Außenhaut kommt eine silikonfreie Politur zum Einsatz, die mit kreisenden Bewegungen aufgetragen und nach vorgeschriebener Einwirkzeit mit fusselfreien Baumwolllappen oder Polierwatte abgestaubt wird. Echten Hochglanz erzielt man mit dem abschließenden Aufbringen von wasser- und schmutzabweisendem Hartwachs. Ein bewuchshemmender Schutzanstrich fürs Unterwasserschiff ist in vielen Revieren unerlässlich. Wer ein kleineres Boot pilotiert, könnte möglicherweise auf konventionelles Antifouling verzichten, das nicht gerade zur Verschönerung eines vielleicht neuwertigen oder gut erhaltenen Rumpfes beiträgt. Seit kurzem verfügbare, geleeartige oder dünnflüssige Präparate bieten sich insbesondere dann an, wenn das Boot periodisch aus dem Wasser genommen werden kann. Andernfalls führt die Ansiedlung von Muscheln, Seepocken oder anderen Kleinstlebewesen vor allem an unbehandelten Gleiterrümpfen sehr schnell zu deutlichen Geschwindigkeitseinbußen.
Bettsysteme an Bord
Der Begriff „Koje“ kommt aus dem Lateinischen (Cavea) und bedeutet nichts anderes als Verschlag oder Käfig. Diese Bezeichnung ist angesichts der häufig vorkommenden Ausmaße von 70 bis 85 Zentimeter Breite, einer geringen Kopffreiheit und der platzsparenden Anordnung von zwei oder sogar drei Kojen übereinander auch kein Wunder. Um aus einer Koje ein vernünftiges Bett zu machen, bedarf es daher einiger Maßnahmen. Beginnen wir ganz unten. Eigentlich fängt guter Schlaf mit dem Gesamtzustand des Schiffes an. Eine alte Yacht, die durch Schwitzwasser und undichte Stellen einem Feuchtbiotop näher ist als einer gemütlichen Behausung, wird kaum eine angenehme Schlafstätte bieten können. Daher ist Trockenheit die erste Voraussetzung für Schlafkomfort an Bord. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Belüftung, denn anders als im heimischen Bett bekommen viele Kojen unter der Matratzen keine frische und somit trockene Luft. Mit einem Lochbohrer in lockeren Abständen Öffnungen in die Kojenunterlage zu bohren, reicht nicht aus. Sicherlich ist diese Maßnahme ein Anfang, doch wenn es unter der Koje zu keinem Luftaustausch kommen kann, dann dienen die Löcher eher der Gewichtsersparnis als der Lüftung. Also ist neben der luftigen Unterlage auch die Zuführung von Luft aus dem Frontbereich der Koje notwendig. Lüftungsgitter oder optisch schönere Gitterkonstruktionen aus Geflecht können diese Aufgabe erfüllen. Besser als ein Lochsystem im Sperrholzbrett, das auch Stabilitätsverlust und somit den Durchbruch der Platte bedeuten kann, sind Lattenroste. Diese werden in großer Vielzahl mit den unterschiedlichsten Zusatzmöglichkeiten angeboten. Verschiedene Härtegrade sowie klappbare Kopf- oder Fußpartien sind nur einige Beispiele. Als sinnvoll erscheint uns ein Verstellmechanismus in Querschiffrichtung - nicht um die Kojenlage der Krängung anzupassen, sondern um den Stauraum unter der Koje durch leichtes Hochklappen optimal zu nutzen.
Zubehör für Rettungswesten
Es ist schon erstaunlich, welchem Wandel die Rettungswesten unterliegen. Kaum jemand spricht heute noch von 100 Newton-Rettungswesten. Selbst die 150 Newton-Westen mit rund 20 Litern Auftrieb sind nicht mehr so gefragt, wie noch vor einigen Jahren. Nicht, weil sie nicht gut sind, sondern weil sie aufgrund der verbesserten Outdoor-Bekleidung in Extremfällen nicht mehr ausreichend sein können. So schieben sich langsam aber sicher die 275 Newton-Westen - zumindest im Offshorebereich - nach vorn. Doch es muss ja nicht sofort eine neue Weste sein. Eine 150er-Automatikweste lässt sich bereits mit wenigen Zubehörteilen sinnvoll nachrüsten. Eines der wichtigsten Rettungsgeräte an Bord hat nur indirekt etwas mit der Weste zu tun, die Sorgleine oder auch Lifeline. Diese kann wirkungsvoll verhindern, dass ein Crewmitglied ins Wasser fällt. Bei rauen Wetterbedingungen sollte bei der Arbeit an Deck auf seegehenden Yachten eine solide Verbindung zwischen der Rettungsweste und dem Boot hergestellt werden. Bei richtiger Anwendung und Länge der Sorgleine wird verhindert, dass das Crewmitglied außenbords fällt oder in die Schraube gerät. Wohlgemerkt sprechen wir nicht über den Einsatz auf kleinen Sportbooten sondern auf größeren Motoryachten auf offenem Revier. Die Sorgleine als Extra nachzurüsten ist empfehlenswert, es verfügt allerdings nicht jede Weste über ein Harness, einen D-Ring, der den oder die Karabinerhaken der Sorgleine aufnehmen kann. Wichtig ist die Größe des Metallrings - ist dieser zu klein, können die Karabiner nicht eingehängt werden. Auch bei der Sorgleine an sich gibt es einige Aspekte, die zu berücksichtigen sind. Es sollte sich immer um eine Leine aus Gurtmaterial gemäß EN 1095 handeln, da die auftretenden Kräfte bei einem freien Fall in den Gurt und die Weste bei bis zu 2000 daN (entspricht 2000 kg) liegen. Die Sorgleine sollte darüber hinaus über drei Karabiner verfügen, so dass bei Umpicken - sich an Bord bewegen - immer zwei Karabiner fixiert sind. Die Wahl der Haken zum Fixieren ist in den letzten Jahren schwieriger geworden. Angeboten werden einfache Karabiner sowie speziell gesicherte Haken, die jedoch mit einer Hand geöffnet werden können.
Kraft richtig angewandt
Mit zunehmendem Alter wird vieles schwerer. Bereits ab dem 20. Lebensjahr lassen viele Fähigkeiten des Körpers und sowie mühsam erworbene Fertigkeiten nach. Schnellkraft und Dehnfähigkeit verändern sich genauso wie die Gewandtheit und Koordinationsfähigkeit. Man ist einfach nicht mehr so fix wie früher. Auch Kraft und Ausdauer schwinden. Zwischen dem 20. und 70. Lebensjahr nimmt die Muskelmasse um circa 40 % ab. Kein Wunder also, dass man mit den Jahren an Kraft verliert. Leider werden wir in den meisten Fällen aber nicht um die reduzierte Muskelmasse leichter. Vielfach wird aus der Muskelmasse Fett. Doch obwohl der Ausdauerbereich derjenige ist, der am leichtesten zu trainieren ist, die wenigsten tun es. Daher fühlt man sich in fortgeschrittenem Alter an Bord manchmal etwas wackliger auf den Beinen, als das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Doch das Alter ist keine Ausrede. In allen Bereichen kann noch Erstaunliches geschafft werden. 70-Jährige, die einen Spagat machen, gibt es genauso wie 80-jährige 100-Meter-Läufer. Selbst 60-Jährige, die mit dem Snowboardfahren anfangen, sind keine Exoten. Fitness und Gesundheitssport lassen uns nicht nur den Alltag besser bewältigen, sie helfen auch Krankheiten oder Operationen schneller zu überwinden. Wassersport, besonders der von uns Skippern ausgeübte Bereich des Motorbootfahrens, zählt nicht unbedingt zu den Sportarten, die körperliche Fitness fordern und somit fördern. Daher sei jedem älteren Menschen dringend geraten, sich neben seinem Motorboot noch ein weiteres Sportgerät zu gönnen. Ein Klappfahrrad passt auf fast jedes Boot, auch Nordic-Walking-Stöcke sind schnell verstaut. Doch Ausdauer alleine reicht nicht. Besonders die Fähigkeit, präzise Bewegungen auszuführen, ist für den älteren Menschen von großer Wichtigkeit. Daher sollte auch Koordinationstraining Bestandteil des Fitnessprogramms sein.
Effektive Selbsthilfe bei Rückenschmerzen
Die effektivste Sofortmaßnahme nach einer akuten ÂSchmerzattacke ist die so genannte Stufenbettlagerung. „Dabei legt sich die betroffene Person für mindestens zehn Minuten zur Entlastung der Wirbelsäule auf den Rücken und winkelt die Beine in Hüft- und Kniegelenken um etwa 90° an“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan aus München. Die Unterschenkel werden auf eine Kiste, einen Stuhl oder mehrere Decken abgelegt. Wichtig dabei ist ein nicht zu weicher Untergrund. „In dieser Haltung sind die Muskeln und Sehnen der Streckmuskulatur des Oberschenkels sowie die Beugemuskulatur gleichermaßen entspannt“, erläutert der Orthopäde. Durch die Kippung des Beckens flacht sich die Hohlschwingung der Lendenwirbelsäule ab und der Druck im Bandscheibenraum und den Wirbelgelenken lässt nach. Die Wirbelsäule ist entlastet, der Rücken kann sich entspannen und entkrampfen, was zu einer raschen Schmerzlinderung führt. In der akuten Phase ist es generell ratsam, entspannt zu liegen - Sitzen belastet die Rückenmuskulatur zu stark. „Die Stufenbettlagerung ist zweifelsfrei die bandscheiben- und rückenschonendste Liege- und auch Schlafposition“, sagt der Mediziner.

