Praxis Archive - Seite 10 von 18 - Skipper Bootshandel

Urlaubsfotos entdecken

Urlaubsfotos

In aller Regel liegt es nicht an der Kamera, wenn die Urlaubsbilder zur Enttäuschung werden. Selbst das teuerste Profigerät bringt keine optimalen Ergebnisse, wenn der Mensch am Auslöser Fehler macht. Natürlich gelingen mit besser ausgestatteten Kameras manchmal Bilder, die mit einfachen Modellen gar nicht möglich sind. Bei Schnappschüssen kommt es beispielsweise auf Sekundenbruchteile an. Hier sollte die Kamera eine sehr schnelle Bildfolge ermöglichen. Das können nicht alle Modelle. Auch das Brennweitenspektrum einer Linse gibt gewisse Grenzen vor. Fakt ist jedoch: Auch mit sehr einfachen Kameras können beeindruckende Bilder geschossen werden - vorausgesetzt der Fotograf beachtet ein paar grundsätzliche Dinge. Einer der häufigsten Fehler beim Fotografieren ist eine zu große Entfernung zum Motiv. Oft wird der Bildeindruck beim Blick durch den Sucher völlig falsch eingeschätzt. Moderne Kompakt-Digitalkameras mit großen Displays bieten hier Vorteile, weil auch der Ungeübte damit das Endergebnis besser beurteilen kann. Tipp: Erfassen Sie ihre Motive immer formatfüllend. Sind eine Person oder das Motiv, beispielsweise ein Boot oder eine Kirche, nur als kleiner Fleck erkennbar, wird das Foto später zum reinen Suchbild.

Original-Riva-Lackierung

Holzboote - allen voran die Klassiker von Riva - sind zeitlose Schönheiten, die sich weltweit einer großen Fan-Gemeinde erfreuen. Wie alle Diven benötigen sie eine zeitintensive Pflege und einen sorgfältigen Umgang. Lässt man dies schleifen, ist der Verfall vorprogrammiert. Zum „normalen“ Pflegeprogramm eines Holzbootes gehört in gewissen Zeitabständen eine komplette Neulackierung. Nach einer fach‧gerechten Aufarbeitung sieht es allerdings aus wie neu. Wir haben Rüdiger Hillmann, Bootsbauer und Innungsobermeister der Boots- und Schiffbauerinnung für Hessen, Nordbaden, Saarland, Rheinland-Pfalz und Unterfranken, dabei über die Schulter gesehen. Er erklärt uns, dass sich die Original-Lackierung einer Riva aus Beizen und Lacken des italienischen Herstellers Stoppani zusammensetzt. Die legendäre Marke gehört heute zum italienischen Lackspezialisten Lechler, der die Stoppani-Artikel nach wie vor in seinem Yachting-Programm führt. Am Anfang einer Aufbereitung steht immer die Entfernung des alten Anstriches. Dann folgt das Beizen mit einem Produkt, das sich für Laien wie ein Nudelgericht anhört, unter Fachleuten aber eine Legende ist: der „Pasta Mogano“. Auf dieser Basis wird mit zwei unterschiedlichen Lacken in rund 30 Schichten die Lackierung wieder aufgebaut.

OpenSeaMap

OpenSeaMap wurde auf der boot in Düsseldorf erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. An dem Stand in Halle 14 konnten sich die Besucher umfassend über das Projekt informieren - und das Interesse war riesig. Die Grundidee ist zwar nicht neu, doch sie funktioniert. Das haben die gemeinschaftlich erarbeitete freie Enzyklopädie Wikipedia oder die freie Straßenkarte OpenStreetMap bereits bewiesen. OpenSeaMap ist ein Teilprojekt von OpenStreetMap. Die Basiskarte auf dem Land wird durch nautische Informationen auf dem Wasser ergänzt. Jeder interessierte Skipper ist eingeladen, sich einzubringen und die Datenbank zu erweitern. Der Startschuss für das weltweit angelegte Projekt fiel im April 2009 im Rahmen eines Entwicklertreffen. Nach vielen freiwilligen Arbeitsstunden der wenigen Gründer hat die freie Seekarte inzwischen laufen gelernt. Der so genannte Online-Editor hilft dem Anwender beim Erfassen der dann für jedermann verfügbaren Daten. Auch der Export der Karten ist schon möglich, so dass man diese auf dem eigenen Kartenplotter mitnehmen kann. Ziel ist es, eines Tages eine weltweite, detaillierte, frei zugängliche Seekarte mit allen relevanten Angaben zur Verfügung zu haben. Neben Leuchtfeuern, Tonnen und anderen Seezeichen sollen alle wichtigen nautischen Informationen aufgenommen werden. Doch auch Hafeninformationen, Reparaturwerkstätten, Einkaufsmöglichkeiten und alles, was den Freizeitskipper sonst noch interessiert, soll erfasst werden. Auch Binnenreviere werden in das Projekt einfließen. Genau genommen also viel mehr, als eine Seekarte jemals bieten wird.

Sportbootführerschein Binnen + See

Um uns völlig ungestört auf die Prüfung vorbereiten zu können, haben wir uns im Juni vergangenen Jahres eine Woche eine Ferienwohnung in der Marina Eldenburg in Waren an der Müritz gemietet. Nach unserer Anreise am Montag sind wir am nächsten Morgen mit unserem Ausbilder Dirk Jahnke von der Wassersportschule Rostock verabredet. In einem Intensivkurs wird er uns in vier Tagen vorbereiten. Alles was wir bis dato wissen, ist, dass wir am kommenden Montag zur praktischen und zur theoretischen Prüfung für den SBF Binnen und See antreten. Eventuell ein etwas gewagtes Unterfangen bei unseren überschaubaren Vorkenntnissen, doch das werden wir schon schaffen, sind wir vor der ersten Unterrichtseinheit noch vollkommen zuversichtlich. Im Schulungsraum der Marina Eldenburg angekommen, erhalten wir erst einmal unser Lehrmaterial. Dirk überreicht uns verschiedene Übungsaufgaben, Tampen zum Erlernen der Knoten, ein Navigations-Besteck, bestehend aus einem Kurs- und einem Anlegedreieck, einem Einhandzirkel, Bleistift und Radierer. Für das Selbststudium erhalten wir je zwei Lehrbücher für Binnen und See mit knapp 700 Prüfungsfragen inklusive Musterlösungen sowie die Prüfungsbögen. Da wir wirklich bei Null anfangen, wird uns so langsam die Dimension unseres Vorhabens bewusst... Doch es geht ja bekanntlich nichts über den Sprung ins kalte Wasser.

Seekarten-Digitalisierung

Elektronische Navigationslösungen sollten immer eine Ergänzung zu den klassischen Methoden sein. Deshalb haben viele Freizeitkapitäne ihre eigene kleine Sammlung an Seekarten für die bevorzugten Reviere. Wer auf moderne Elektronik nicht verzichten möchte, muss beim Kartenmaterial doppelt investieren. Warum also nicht die bereits vorhanden Papierkarten auch elektronisch nutzen? Da handelsübliche Kartenplotter in aller Regel auf Hersteller-Formate oder allgemeine Industriestandards setzen, die ein Privatmann nicht erzeugen kann, bleiben der Laptop und entsprechende Navigationssoftware. Hier gibt es eine Reihe von Lösungen mit denen jeder auch selbst Karten herstellen kann. Beispiele sind die kostenlos verfügbare Software SeaClear II und die preiswerten kommerziellen Lösungen OziExplorer  und Fugawi, das unter anderem über den deutschen Distributor Nordwestfunk angeboten wird. Mit den erwähnten Programmen ist es möglich selbst eingescannte Seekarten, aber auch Landkarten oder Satellitenbilder zu kalibrieren und dann als elektronische Karte zu verwenden.

Lenzpumpe

an Bord eines gut konstruierten, gut gebauten und gut gewarteten Bootes wird die Lenzpumpe wohl eher ein Schattendasein führen. Das ist zum einen gut, führt zum anderen aber auch schnell zur Vernachlässigung des wichtigen Ausrüstungsteils. Wohl gehört der regelmäßige Blick in die Bilge zu den Routineinspektionen vor Fahrtantritt, doch sollte das Ergebnis stets lauten: Sauber und trocken! Auch nach längerer Abwesenheit sollte sich durch Schwitzwasser nicht mehr als „eine Tasse“ Wasser im Souterrain des Bootes angesammelt haben. Die entfernt man in einem Wisch mit einem Lappen. Wer deutlich mehr Wasser vorfindet, wird die Lenzpumpe in Betrieb nehmen und sich dann am besten gleich auf Ursachensuche begeben und für Abhilfe sorgen. Eine elektrische Pumpe ist da natürlich richtig komfortabel, Schalter betätigen und warten, bis das kleine Helferlein das unerwünschte Nass nach außenbords gefördert hat. Für den Rest kommt dann wieder der Lappen zum Einsatz. Dumm im Ernstfall, beispielsweise einer Leckage, ist der Umstand, dass die Versorgungsbatterien meist ebenfalls tief im Rumpf platziert sind. Kommt es hier zu einem Kurzschluss, ist Schluss mit lustig! Da hilft dann nur eine manuelle Lenzpumpe weiter.

SeaDoc

Das Einzige, was Dr. Fabian Steffen zur Versorgung fand, war eine alte Munitionskiste, die jedoch absolut nichts Brauchbares enthielt. „Ich hatte nichts zum Kühlen und nichts zum Stabilisieren“, schildert der Intensiv- und Notfallmediziner die ärgerliche Situation. Aus einer Unzahl von elastischen Binden und Kompressen konstruierte er schließlich eine provisorische Handgelenksbandage. „Ich hätte die Verstauchung mit einfachen Mitteln behandeln könne, doch da ich nichts hatte, schwoll die Hand an und war bis zum Ende des Törns nicht mehr zu gebrauchen.“ Nach diesem Vorfall wurde ihm bewusst, dass die medizinische Versorgung an Bord in der Regel alles andere als zufriedenstellend ist. Ein abgelaufener Erste-Hilfe-Kasten aus dem Auto ist oft das Einzige, was im Ernstfall zur Hand ist - manchmal nicht einmal das. Lebensbedrohliche Notfälle sind bei Freizeitskippern zwar eher selten, doch Bagatelleverletzungen wie Schnitt-, Schürf- und Brandwunden, Verstauchungen, Prellungen, Quetschungen oder Brüche kommen eben doch vor. „99 % der Verletzungen an Bord sind harmlos, doch wenn man diese nicht sofort richtig versorgt, kann das unangenehme Folgen haben, etwa wenn sich eine zunächst harmlose Schnittwunde böse entzündet“, sagt Dr. Steffen, der seit seiner Jugend begeisterter Wassersportler ist. Daher sollte - gerade wenn der nächste Hafen und medizinische Hilfe noch viele Seemeilen entfernt sind - immer eine Notfallausrüstung und eine gut sortierten Reiseapotheke an Bord sein, damit man die Blessuren der Crew selbst und ohne unerfreuliche Reiseunterbrechung behandeln kann.

Quickstopp

Voraussetzung für diesen Effekt ist aber, dass sich der Skipper mittels des meist signalrot gehaltenen Kabels mit dem Quickstopp-Schalter verbindet. Unterlässt er das, wird das Boot mit der gewählten Geschwindigkeit stur seinen Kurs verfolgen, egal, ob der Rudergänger am Cockpitboden liegt oder gar nach außenbords katapultiert wurde. In den Niederlanden kontrolliert die Rijkspolitie te water das Anlegen der Quickstopp-Leine und verhängt bei Nichtbeachtung der Vorschrift auch gleich an Ort und Stelle saftige Bußgelder. Auf unseren heimischen Revieren drohen solche Strafen zwar (noch?) nicht, aber schon aus Gründen guter Seemannschaft sollte man die der Sicherheit von Crew und Boot dienende Vorrichtung auch benutzen - unverhofft kommt bekanntlich oft! Dass sich die Maschine ohne das Aktivieren des Mechanismus nicht starten lässt, ist allgemein bekannt. Also wird brav mit dem Kunststoffteil der Zündstromkreis geschlossen. An dem unscheinbaren, meist schwarz oder grau gehaltenen Teil ist ein rotes Spiralkabel befestigt, das am anderen Ende einen kleinen Karabinerhaken aufweist. Kostengründe mögen der Grund dafür sein, dass der serienmäßig eingesetzte Karabiner oft recht schwergängig ist und man sich schnell eine schmerzhafte Quetschung der Fingerkuppe zuziehen kann. Das mag zur Unlust vieler Bootsführer beitragen, den Quickstopp anzulegen. Dabei hält der Zubehörhandel qualitativ hochwertige, leicht und sicher zu bedienende Karabinerhaken in passender Größe zu kleinem Preis bereit. Die individuelle Nachrüstung sollte dann auch dieses negierende Argument ausräumen. In der Annahme, jetzt auch den größten Quickstopp-Anlegemuffel von der Notwendigkeit des Systems überzeugt zu haben, möchte ich ein kleines, recht nah an der Praxis angesiedeltes Szenario ausbreiten.

Einwintern

Die Saison 2009 neigt sich unwiderruflich dem Ende zu - fast alle Sportboote und Yachten haben ihre letzte längere Ausfahrt bereits hinter sich und warten darauf, ordnungsgemäß eingelagert zu werden. Für den Skipper wird es jetzt höchste Zeit, die notwendigen Maßnahmen in Angriff zu nehmen, um sein Schiffchen oder Schiff winterfest zu machen. Abhängig von der Art und Größe des Bootes fallen mehr oder weniger umfangreiche Arbeiten an. Der folgende Beitrag soll eine Orientierungshilfe sein und auf einige Punkte hinweisen, die in eigenem Interesse zu berücksichtigen sind. Nicht fest installiertes Equipment sollte man grundsätzlich von Bord nehmen. Zunächst einmal empfiehlt es sich, Kleidung und Bettwäsche auszuräumen. Demontierbare Navigationselektronik und wertvolle Dinge wie das GPS-Gerät, ein Fernglas oder der Peilkompass sind zu Hause besser aufgehoben, denn Langfinger halten keinen Winterschlaf. Batterien bringt man nach Möglichkeit ebenfalls im heimischen Keller unter, wobei eine kühle Umgebung besser ist als ein wohlig temperierter Raum. Nachdem die Pole und Kunststoffoberflächen gründlich gereinigt sind, wird der Flüssigkeitsstand in den einzelnen Batteriezellen gecheckt. Zum eventuellen Nachfüllen bitte niemals Säure, sondern destilliertes Wasser verwenden. Beim Hantieren mit den Akkus sollten immer geeignete Schutzhandschuhe getragen werden, ansonsten riskiert man Verätzungen an der Haut und, was nicht ganz so schlimm wäre, unschöne Löcher im Blaumann. Überwintern die Batterien auf dem Schiff, verhindert ein regelmäßiger Stromstoß bis zur Kapazitätsgrenze unerfreuliche Überraschungen im Frühjahr, denn tief entladene Batterien sind unbrauchbar.

Tipps für den Bootskauf

Wer im Besitz des amtlichen Sportboot-Führerscheines ist, der darf ein Wasserfahrzeug mit einer Antriebsleistung von mehr als 3,68 kW (5 PS) in Eigenverantwortung pilotieren. Erst jetzt erschließt sich dem kaufambitionierten Motorbootfan und seiner Crew die ganze Welt des Wassersports. Schon vor dem Informationsbesuch beim Händler sollte man sich Gedanken machen, welche Anforderungen das persönliche Wunschboot, egal ob neu oder gebraucht, unbedingt erfüllen muss. Diesbezüglich seien nur einige Kriterien genannt, die vor einer Kaufentscheidung ins Kalkül zu ziehen sind: Länge über Alles, Aufteilung von Cockpit und Kabine(n), Anzahl der benötigten Kojenplätze, Größe und Beschaffenheit der WC-Abteilung, CE-Zertifizierung, Motor- und Antriebsart, Aktionsradius, Baumaterial, Durchfahrtshöhe, Tiefgang, Verarbeitungsqualität, Wartungsfreundlichkeit, regionale Servicemöglichkeiten, Optik und Preis. Diese Auflistung könnte natürlich noch fortgeführt werden. Von elementarer Bedeutung ist die Frage, „was habe ich mit dem Boot vor?“. Prinzipiell sollte man mindestens mittelfristig planen, um nicht nach kurzer Zeit vor der bitteren Erkenntnis zu stehen, zu klein, zu langsam, zu unkomfortabel oder schlicht und einfach zu wenig geeignet fürs bevorzugte Revier gekauft zu haben. Geradezu fatal und nachhaltig frustrierend wäre es für den mehr oder weniger unbedarften Neueinsteiger, einen klassischen Fehlkauf zu tätigen, mit dem man sozusagen über Nacht einen Batzen (Lehr-)Geld in den Wind schreiben würde. Sehr hilfreich ist deshalb die unterstützende Beratung eines erfahrenen Skippers oder gar die professionelle Beurteilung des Kaufgegenstandes durch einen bezahlten Sachverständigen. Obendrein sehen vier Augen mehr als zwei, wenn das Objekt der Begierde in aller Ruhe unter die Lupe genommen wird.