Tipps für den Kauf eines Segelbootes

Die Messesaison ist in vollem Gange – beste Zeit also für alle diejenigen, die sich mit der Anschaffung eines Segelbootes befassen, sich eine hautnahe Übersicht über das umfangreiche Angebot zu verschaffen und eventuell sogar zu einer Kaufentscheidung zu kommen.

Der Kauf eines Segelbootes ist eine ausgesprochen emotionale Angelegenheit und mehr noch als der Kauf eines Autos mit Träumen von unbegrenzter Weite, purer Natur und ungeahnten Abenteuern verbunden. Das gilt, ganz gleich, ob es ein neues oder ein Gebrauchtboot sein soll. Die beste Neuboot-Übersicht findet man auf den Bootsausstellungen, da dort nicht nur nahezu alle großen Werften, sondern auch viele mittlere und kleinere Bootsbauer vertreten sind. Denn anders als beim Pkw-Sektor, wo fast in jeder mittelgroßen Stadt alle Marken präsent sind, gibt es eine ähnliche Struktur im Wassersportsektor nicht. Angesichts der Vielzahl der auf den Ausstellungen gezeigten Modelle empfiehlt es sich schon vor dem ersten Messebesuch, sich einige grundlegende Gedanken zu machen und sie stichwortartig niederzulegen.

Als erstes sollte man den finanziellen Rahmen festlegen, in dem man sich zu bewegen gedenkt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es mit den Anschaffungskosten allein nicht getan ist. Wichtigster Kostenfaktor neben den Aufwendungen für Pflege und Unterhalt sind die Liegeplatzkosten im Sommer und die Lagerung im Winter. Weniger eine Frage der Kosten als vielmehr eine der künftigen Zufriedenheit ist die Festlegung, mit wem man später überwiegend zu segeln beabsichtigt. Ist es die Ehefrau oder die gesamte Familie mit Kindern? Dann sollten sie von Anbeginn in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Oder sind es Freunde und Bekannte, dann ist man autonom, sollte aber eine maximale Anzahl an Mitseglern ins Auge fassen.

Klassiker – ein 45er Nationaler Kreuzer aus Vollholz mit hochmodernem Alu-Rigg und Foliensegeln erfordert einen hohen Erhaltungsaufwand

 

Wichtig ist auch, wo man zu segeln gedenkt, auf einem kleinen oder großen See im Binnenland, an der Küste mit oder ohne Tide oder gar als Blauwasser-segler auf hoher See. Oder sind auch Revierwechsel ins Auge gefasst, für die ein Trailer mit einem entsprechenden Zugfahrzeug benötigt werden. Im Binnenland ist man bei der Liegeplatzfrage in der Regel auf Steggemeinschaften oder Segelvereine angewiesen. Letztere erwarten oftmals, vor allem wenn sie auf das Wettsegeln ausgerichtet sind, dass Neumitglieder sich ein Boot einer bestimmten Klasse anschaffen. An der Küste gibt es eine Reihe von kommunalen Sportboothäfen oder privatwirtschaftlich betriebene Marinas. Liegeplatzgebühren sind jedoch überall fällig…

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Text: Jochen Halbe