Kapitale Aale!

Das Angeln auf Großaal ist superspannend, aber nicht immer einfach, weiß Jesco Peschutter. Wie auch Sie zum Monsteraal kommen, verrät Ihnen der Kieler Jung.

Plötzlich ist der Nachthimmel hell erleuchtet. Ganz unerwartet zieht ein heftiges Gewitter über den See. Die Windböen schaukeln das kleine Ruderboot ordentlich durch. Doch die beiden Anker halten. Der Regen prasselt in Strömen herab und mittlerweile bin ich trotz guter Bekleidung klitschnass. Aber der Regen ist mir fast egal, da der Wetterbericht diesen angekündigt hatte. Die immer wieder aus den Wolken hinabsausenden Blitze sind jedoch beängstigend und der ohrenbetäubende Donner verkündet, dass sich das Unwetter genau über mir befindet.

Für eine Flucht in den sicheren Hafen ist es längst zu spät. Dafür kam die Front einfach zu rasch und aus heiterem Himmel. Ich mach mich ganz klein und verkrieche mich unter der Bootsbank, um den Blitzen mitten auf dem See keinen Angriffspunkt zu bieten. Ein mulmiges Gefühl bleibt. Dann auch das noch: Von einer Rolle läuft kontinuierlich Schnur ab und an meinen beiden anderen Ruten beißt es ebenfalls. Ich lass die Aale erst mal machen, da es bestimmt keine gute Idee ist, mit einer Kohlefaserrute beim Gewitter mitten auf dem See mit dem Drillen zu beginnen. Dann lassen die Blitze endlich nach und ich krieche unter der Bootsbank hervor. Zeit, um die Ruten zu kontrollieren. Schnur läuft keine mehr ab. An der ersten Rute fehlt der Tauwurm.

Ein doppeltes Aalglöckchen in der Schnur dient als Bissanzeiger beim Grundangeln

 

Als ich die zweite Rute aufnehme und einen Anhieb setze, merke ich sofort starken Widerstand. Der Fisch hängt im dichten Krautfeld fest. Aber es gelingt mir mit viel Kraft, den fetten Aal zu lösen. Trotz des großen Karpfenkeschers gestaltet sich die Landung mitten in der Nacht schwierig. Dann gleitet die Wasserschlange in den Kescher. Nur knapp am Meter vorbei – fast fünf Pfund
wiegt der Großaal. Ich bin sprachlos: was für eine dicke Überraschung! In dieser Nacht fange ich noch drei weitere Aale bis 88 Zentimeter. Ich bin einfach nur happy!

Den kompletten Artikel lesen Sie in SKIPPER Bootshandel 11/2018!
Text & Fotos: Jesco Peschutter