Als jüngstes Mitglied der Bavaria-Motorboot- Flotte grüßt die attraktiv gestylte SR35, die mit regulärem Hardtop oder – wie hier von uns getestet – mit »schwebendem Dach« als sogenannte »Open Top«-Version zu haben ist. Die Giebelstädter Sportyacht erfreut sich einer stabilen Nachfrage, was angesichts der stimmigen Gesamterscheinung nicht überrascht…

Varianten
Wie soeben in der Einleitung beschrieben, gibt es die Bavaria SR35, die mit identischen Abmessungen prinzipiell aus der bisherigen SR33 hervorging, in zwei Ausführungen. Mit der klassischen Hardtop-Variante konkurriert die optisch deutlich peppigere Open Top, deren Erkennungsmerkmal die flach gehaltene und daher schön sportiv anmutende Windschutzscheibe ist. Der entstandene »Luftschlitz« zwischen Scheibenrahmen und GFK-Dach lässt sich mittels Fensterfolie verschließen. Wie bei allen Motoryachten der Bavaria-SR-Linie der Fall, stand bei der Entwicklung der 35er ein möglichst großer Lebensraum – oder anders ausgedrückt – ein optimales Platzangebot für die Crew im Fokus.
Unter Deck überzeugt das immer zweimotorige Kunststoff- Boot dank seiner auf vier Personen zugeschnittenen Aufteilung mit einem Maximum an Bewegungsfreiheit. Soweit ein paar zusammenfassende Sätze über das, was der jüngste Spross aus dem Hause Bavaria Yachts zu bieten hat. Selbstredend gehen wir gleich näher auf unsere Testkandidatin, deren Stärken und vielleicht auch deren Schwächen ein. Zuerst aber einige Infos über die fränkische Großserienwerft, an deren Spitze seit Juni 2025 der ebenso freundliche wie ambitionierte CEO Norbert Leifeld (45) steht. Das im bayrischen Landkreis Würzburg, genauer, im 5.600-Einwohner-Ort Giebelstadt in der Bavariastr. 1 anzutreffende Bootsbau-Unternehmen beschäftigt gegenwärtig rund 400 hochqualifizierte Mitarbeiter.
Verkaufssortiment
Im Jahre 1978 als reiner Segelboot-Produzent aus der Taufe gehoben, änderte sich ab dem Millennium das Verkaufssortiment, indem gemeinsam mit den slowenischen Naval-Architekten von J & J Design eine mehr als ansehnliche und hervorragend ausgestattete Motorboot-Flotte entwickelt und in der Folgezeit sehr erfolgreich vertrieben wurde. Dies übrigens an Kunden rund um den Globus. Aktuell hat die Bavaria Yachtbau GmbH 20 von Hand laminierte Bootsmodelle im Programm, elf mit Besegelung und neun Motoryachten, die als schnelle Gleiter konzipiert sind.

Fürs ausgefeilte Styling der letztgenannten Gattung zeichnet der römische Designer Marco Casali verantwortlich, und zwar in Kooperation mit den in Lecce beheimateten italienischen Marine-Engineering- Spezialisten von MICAD s.r.l. Die im Bundesgebiet über sechs offizielle Fachhändler zu beziehende motorisierte Bavaria-Range reicht von 9,52 bis 14,99 m. Es handelt sich also um ausgewachsene Sportyachten, die gemäß der einheitlich geltenden CE-Zertifizierung B für den Einsatz abseits von Küstenregionen in Betracht kommen.
Newcomer
Unsere werksneue Probandin befindet sich leider nicht mehr, wie die mediterranen Bilder in diesem Artikel vermuten lassen, beim Fotoshooting in mallorquinischen Gefilden, sondern in Marktbreit am Main, wo Bavaria Yachtbau eine Test- und Vorführstation betreibt. Das Wetter ist zum vereinbarten Termin miserabel. Es ist kalt und regnerisch, so dass wir der eigenen Kamera eine Pause gönnen – und den obligatorischen Bordrundgang in der wohlig beheizten Wohnlandschaft des 11,40 x 3,46 m messenden Newcomers beginnen. Und wie gesagt: Die Platzverhältnisse sind infolge der ausgeklügelten Innenarchitektur fantastisch, zumal die XXL-formatige Doppelschlafstatt im Bug offen zugänglich ist. Die kleine steuerbordseitige Salonküche und die an Backbord postierte Dinette beziehungsweise Fernsehcouch schließen sich harmonisch an. Ein Highlight ist sicherlich die geschickt inszenierte Mittelkabine, die sich über die gesamte Bootsbreite erstreckt und ein angenehm luftiges Ambiente bietet.
Ausstattung
Es gibt stolze 192 cm Stehhöhe im Eingangsbereich, dazu eine 120 cm lange Ankleidebank mit großem Aussichtsfenster, mehr als ausreichend Schrankvolumen, eine gemütliche Decken- und Bodenbeleuchtung mit Dimmerfunktion und natürlich eine richtig nette Zweierkoje von 200 x 160 Zentimetern, bestückt mit 15 cm dicken Komfort-Matratzen. Das steuerbords direkt neben dem vierstufigen Salonniedergang angeordnete, nicht allzu üppig geratene Sanitärabteil beherbergt die üblichen WC-Raum- Accessoires. Wobei ein Ganzkörperspiegel die Türinnenseite ziert und die elektrische Jabsco-Toilette aus Platzgründen in die separierte Duschzelle wanderte, um dort als Sitzgelegenheit zu dienen …
Den kompletten Test finden Sie in der Ausgabe 04/26
Technische Details
Länge über Alles: 11,40 m
Breite: 3,46 m
Durchfahrtshöhe: 3,30
Tiefgang (Antr. abgesenkt): 0,85 m
Gewicht: ab 7.846 kg
CE-Kategorie: B
Max. Personenzahl: 8
Kojenzahl: 4
Brennstofftank: 500 l
Wassertank: 240 l
Septiktank: 80 l
Baumaterial: GFK
Motorisierung: Innenborder mit Z- bzw. Duoprop-Antrieb, MerCruiser
oder Volvo, ausschließlich Zwillingsanlagen, Benzin- oder Dieselmotoren,
Leistung 2 x 198,5 bis 2 x 257,4 kW (2 x 270 bis 2 x 350 PS)
Grundpreis: 311.780 € mit 2 x Volvo V8-350 5,3 Liter DPS, Leistung
2 x 257,4 kW (2 x 350 PS, Benzin). Preis mit Testmotorisierung ab
368.781 €, Preis des Testbootes inkl. Sonderausstattung: 432.327 €
Informationen und Werft
Bavaria Yachtbau GmbH (Werft und Lieferant des Testbootes),
Bavariastr. 1, 97232 Giebelstadt, Tel. 09334-9420,
Kontaktadressen der deutschen Bavaria-Händler unter
www.bavariayachts.com
Den kompletten Bootstest lesen Sie in SKIPPER Bootshandel 04/2026!
Text & Fotos: Peter Marienfeld
Alle weiteren Bootstests finden Sie HIER!
