Test: AYROS XA22

Das italienische Bootsfabrikat Ayros ist neu auf dem deutschen Markt. Wir wollten wissen, was die universell einzusetzende Ayros XA22 zu bieten hat und erprobten den kompakten Kunststoff- Gleiter mit maximal zulässiger Motorleistung in Gestalt des Suzuki DF200 APX. Genau diese Kombination sorgt für jede Menge Fahrvergnügen. 

Während des Praxistests auf dem Rhein glänzt die 6,40 m lange und 2,55 m breite AyrosXA22 mit sportlich-sicheren Laufeigenschaften. die 70 Stundenkilometern entsprechen

Der vorliegende Praxistest mit der Ayros ergab sich ehrlich gesagt eher zufällig. Zur kurzen Vorgeschichte: Im vergangenen Oktober besuchten wir die Firma Boats & more im rheinland-pfälzischen Altrip, um vor Ort zwei ukrainische Aqua-Spirit- RIBs zu erproben. Das dafür von Fachhändler Alex Solz bereitgestellte Fotoboot war die zu diesem Zweck erstgewasserte Ayros XA22. Ein, wie wir finden, sehr ansehnlicher Sportkabinengleiter – völlig neu im Verkaufsprogramm der Boats & more GmbH.

Optisch ansprechend

Und da es ja ohnehin nicht allzu viele optisch ansprechende und problemlos trailerbare Cabin Cruiser im 22-Fuß-Segment gibt, entschieden wir uns, Ihnen das gute Stück in einem detaillierten Testbericht näherzubringen. Bootsexperte Alex Solz wurde, wie er uns erzählt, auf die Ayros XA22 während eines Messeaufenthaltes in Genua aufmerksam. »Das moderne Design ist mir sofort aufgefallen. Wir haben dann bei rauer See eine Probefahrt gemacht, die sehr überzeugend verlief.« Seitens der noch jungen Bauwerft, die GPA s.r.l. heißt und unweit der sizilianischen Metropolitanstadt Messina in der Gemeinde Roccalumera angesiedelt ist, bestand spontanes Interesse an einer Zusammenarbeit.

Boats & more fungiert also als deutscher Exklusivanbieter der auch international aufstrebenden italienischen Bootsmarke, mit der man übrigens anlässlich der gerade beendeten boot Düsseldorf 2024 Flagge zeigte – unsere Testkandidatin war live und in Farbe in Halle 3 zu bewundern. Gegenwärtig sind drei Ayros-Modelle verfügbar. Die 6,40 x 2,55 m messende XC22 ist ein hochbordiger Center Consoler mit offenem Cockpit. Die XA22 wartet bei identischen Rumpfabmessungen mit einer geräumigen Kabine nebst Bugsonnenliege auf.

Gleiches gilt für das exakt 6,99 m lange Flaggschiff, die Ayros XA24, deren Maximalbreite ebenfalls 2,55 m beträgt. Beim Trailern mit einem starken Zugfahrzeug wird daher keine Sondergenehmigung benötigt. Das stilistisch sehr gefällige Ayros-Trio entsteht generell als aufwendiges Handlaminat. Die Boote erfüllen die Einstufungskriterien für die CE-Kategorie C und sind schon im Standard recht gut ausgestattet. Zur Individualisierung steht eine größere Auswahl an originalem beziehungsweise maßgeschneidertem Extrazubehör bereit.

Bei herrlich sonnigem Herbstwetter treffen wir Alex Solz im Club Nautico Ludwigshafen, der eine tolle weitläufige Grünanlage mit neuwertigem Vereinshaus direkt am Bootssteg bietet. Hier ist die Ayros vertäut, und für die anstehende Probefahrt auf dem Rhein sofort einsatzbereit. Am Heck des unbelastet etwa 1.000 kg schweren Kunststoff-Bootes, das laut technischem Datenblatt für acht Personen oder eine Zuladung von 905 kg konzipiert wurde, setzt sich der eingangs erwähnte Suzuki DF200APX in Szene.

Der vierzylindrige Viertakter, der seine 147 kW (200 PS) aus knappen 2,9 Litern Hubraum schöpft, punktet gleich nach dem Kaltstart mit flüsterleisem Sound und nähmaschinenartiger Laufkultur. Wir beginnen die tabellarischen Aufzeichnungen mit 650 min-1 und 2,5 kn, erhöhen dann auf 1.000 Umdrehungen pro Minute, die bei einem Spritkonsum von weniger als 3 l/h immerhin 3,6 Knoten Vortrieb ergeben.

Motorisierung

Im Verdrängermodus können wir der Ayros zunächst einmal eine einwandfreie Kursstabilität bescheinigen. So liegen mit abgelesenen 2.500 min-1 nahezu acht Knoten an, ehe das geringfügige Ansteigen des Bugs auf den baldigen Eintritt in die Gleitphase hindeutet. Mit glatten 4.000 Umdrehungen in der Minute ist man längst über den Berg, die jetzt anliegenden 18 kn werden als »defensiver« Cruising Speed verbucht, einhergehend mit einem Flüssigfutter-Bedarf um die 22 l/h. Fortan atmet der sehr gut am Gas hängende Suzuki DF200 frei durch, um bis zur 5.000-Touren-Messung mit einem heftigen Tempozuwachs aufzutrumpfen – das GPS-Display zeigt richtig flotte 29,7 kn an. Auf dem oberen Drittel der Leistungsskala beweist der japanische Hightech-Außenborder nochmals Stehvermögen.

Mit maximaler Performance und 6.200 min-1 beschleunigt das Boot auf nicht zu verachtende 37,8 Knoten, die einer Spitzengeschwindigkeit um die 70 km/h entsprechen. Mindestens genauso beeindruckend wie die erzielten Fahrwerte finden wir allerdings die beispielhaft sichere Wasserlage der Ayros, und dies übers gesamte Drehzahlband. In verschärftem Kurventempo bleibt die Seitenneigung über die Längsachse moderat, ein bisschen Propellerkavitation ist nur durch Extremmanöver »provozierbar «. Die gute Rauwassertauglichkeit, die fürs bandscheibenschonende Befahren der heimischen Küstenreviere vermutlich eine wichtige Konstruktionsvorgabe ist, wurde der XA 22 offenkundig in die Wiege gelegt. (den kompletten Test finden Sie in der Ausgabe 03/24)

 

Technische Details

Länge über Alles: 6,40 m
Breite: 2,55 m
Tiefgang (Antr. angehoben): 0,45 m
Gewicht (o. Motor): 1.000 kg
CE-Kategorie: C
Max. Personenzahl: 8
Kojenzahl: 2 (+1)
Brennstofftank: 140 l
Wassertank: 39 l
Septiktank: 39 l
Baumaterial: GFK
Motorisierung: Außenborder (X-Langschaft), werftseitig empfohlene
Leistung 110,3 bis 147 kW (150-200 PS)
Grundpreis (o. Motor): 42.900 €, Preis mit Testmotorisierung: ab
67.590 €, Preis des einsatzbereiten Testbootes inklusive Motor und
umfangreicher Sonderausstattung: 85.417 €

Informationen und Werft

Boats & more GmbH (Ayros-Exklusivanbieter für Deutschland
und Lieferant des Testbootes), Am Sandzug 6, 67122 Altrip,
Tel. 06236-4961504, www.boatsandmore.de

GPA srl, C. da Piana Sopra ferrovia snc., I-98027 Roccalumera,
www.ayros.it

 

Den kompletten Bootstest lesen Sie in SKIPPER Bootshandel 03/2024!

 

Text & Fotos: Peter Marienfeld

 

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