R.I.B.-Line 6.4

Boots- und Schiffbaumeister Conrad Pischel, der sein Hand‧werk sozusagen „von der Pike auf“ im väterlichen Betrieb erlernt hat und sich anno 2003 selbstständig machte, steht an der Spitze des florierenden rheinischen Unternehmens. Der erst 31-jährige Firmenchef, der saisonabhängig sechs bis acht Mitarbeiter beschäftigt, lässt seine Boote prinzipiell in reiner Handarbeit fertigen. Neben privaten Interessenten werden zunehmend kommerzielle Kunden bedient. Dazu sei angemerkt, dass Conrad Pischel bemüht ist, auch sehr ungewöhnliche Käuferwünsche zu berücksichtigen, soweit dies technisch machbar erscheint. Beispielsweise lieferte man kürzlich eine Professional-Version der 6.4 mit Einbaudiesel, Jet-Antrieb und mehrfach verstärktem Heavy-Duty-Rumpf aus, die eigens für gefährliche Krokodil-Safaris im Norden ‧Australiens entwickelt wurde. Die „normale“ R.I.B.-Line-Range der Generation 2007 umfasst fünfzehn RIB-Varianten in Längen zwischen winzigen neun und gigantischen 32 Fuß, obendrein werden drei faltbare Tender mit aufblasbarem Kiel offeriert.

Frauscher 606 Riviera

Unter dem hochglänzenden Gelcoat, das sorgfältig per Hand laminiertes GFK vor den Einflüssen der Witterung schützt, und dem handwerklich sauber verarbeiteten Teakholz, warten auf den aufmerksamen Betrachter jedoch etliche technische Abweichungen vom bewährten Konzept der erfolgreichen St. Tropez. Augenfällig ist der Einsatz eines Z-Antriebes anstelle der gewohnten starren Welle und effizienten Design-Ruder. Öffnet man den Motorraum, schreckt man ob der Enge, die dem in der Baunummer 2 eingesetzten Volvo Penta 5.7 GXi-Benzinmotor zugedacht ist, zurück. Da assoziiert man „Isolationshaft“ oder Schlimmeres und kommt gedanklich fast automatisch zum breiten Themenkomplex der thermischen Einflüsse hinsichtlich Leistung und Lebensdauer.

T.A. Mare Bronda 20

Der 5,90 m lange und 2,40 m breite Kunststoffgleiter ist eine von elf aktuellen T.A. Mare-Versionen. Für die kommende Saison beinhaltet die Produktrange des von Chefkonstrukteur Claudio Guarascio und seinen Söhnen geleiteten Familienbetriebes die allseits beliebten Centre Consoler, also offene Freizeitboote mit Mittelsteuerstand, und trailerbare Walkarounder mit kleiner Schlafkabine. Neuerdings haben die Süditaliener sogar eine waschechte Sportyacht mit Zwillingsmotorisierung im Programm, die anlässlich der Herbstmesse in Genua unter der Bezeichnung Tamare 34 debütierte. Seit den Anfängen anno 1976 lieferte die heute fünfzehn Mitarbeiter zählende Werft etwa 3500 Boote aus, im abgelaufenen Kalenderjahr wurden 125 Einheiten gefertigt, und zwar auf rationelle Weise im kombinierten Handauflege- und Faserharz-Spritzgussverfahren. Auch wenn das Fabrikat T.A. Mare hierzulande nicht sonderlich bekannt ist – einen deutschen Fachhändler gibt es bereits. Die Firma Motor-Yacht-Service Schröteler aus Saarbrücken fungiert als offizieller Alleinimporteur und stellte uns in dieser Funktion ihr Vorführboot zur Verfügung, das wir im Rahmen der letzten Interboot auf dem Bodensee erproben konnten.

Terhi More Fun C

Seit vielen Jahren zählen die finnischen Terhi-Boote zu den absoluten Bestsellern, wenn es um problemlos trailerbare offene Gleiter, Ruder- und Angeljollen oder handliche Tender geht. In fünfzehn europäischen Ländern wurden bisher rund 180000 Einheiten verkauft, und selbst jenseits des großen Teiches finden die preisgünstigen Einsteigerschiffchen immer mehr Freunde. Gegenwärtig bietet die 1972 gegründete Vorzeigewerft sechzehn Modelle an, das Repertoire reicht vom winzigen 2,35-m-Dinghi bis zum 4,70-m-Allrounder. Als offizielle Importeure fürs Bundesgebiet fungieren die Bootswerft Steinlechner aus Utting am Ammersee und unser Testbootlieferant, der Itzehoer Terhi-Spezialist Harry Bleich, der gemeinsam mit seinem süddeutschen Händlerkollegen ein gut funktionierendes, nahezu flächendeckendes Vertriebssystem aufgebaut hat.

Cobalt 222

Die Geschichte der Marke Cobalt Boats begann in den späten 60er-Jahren mit einem wassersportbegeisterten Universitätsabsolventen namens Pack St. Clair, der schon als Jugendlicher konkrete Vorstellungen von seinem persönlichen Traumboot hatte, diese aber bei keinem der damaligen Anbieter verwirklicht sah. Kurzentschlossen gründete der junge Mann einen eigenen Bootsbaubetrieb, der in Neodesha, einer beschaulichen Ortschaft im amerikanischen Bundesstaat Kansas, angesiedelt ist. Stets als unabhängiges Privatunternehmen geführt, avancierte die kontinuierlich wachsende Werft zu einer der absoluten Top-Adressen der weltweiten Boating-Szene. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Cobalt Boats in der bedeutendsten Käuferbefragung in den USA, dem „JD Power Award“, zum wiederholten Male klar an erster Stelle liegt, und zwar mit der Note 1 plus für Kundenzufriedenheit.

Linssen Grand Sturdy 470 AC Mark II

AC steht dabei für Achterkabine, Mark II für frisches Design in Sachen Farbgebung, Innenausbau und Materialqualität. Die Stahlplatten des Knickspantrumpfes werden per Computer gesteuerter Plasmaschneidanlage aus sechs Millimeter dickem Material gefertigt. Für die Rumpfflanken und die Decks kommt fünf Millimeter starker Stahl zum Einsatz. Weniger beanspruchte Teile der Konstruktion weisen immer noch vier Millimeter Materialstärke auf. Für die meisten Eigner unsichtbar sind bereits im Kasko zahlreiche aufwendige Details realisiert, die zum einen die Unterhaltskosten, zum anderen die spätere technische Aufrüstung erleichtern. Der (halb-) verborgene Aufwand von Konstruktion und Umsetzung wegen, könnte sich die Grand Sturdy 470 AC Mark II auch für CE-Kategorie A qualifizieren, in Maasbracht begnügt man sich mit Kategorie B. Die Solidität der Konstruktion entspricht der jahrzehntelangen Erfahrung der Werft.