Test: Vri-Jon Contessa 42 OC

Die Vri-Jon Contessa 42 OC gehört zur neuesten Generation der niederländischen Stahlverdränger. SKIPPER Bootshandel konnte den modernen Motorkreuzer, der mit vielen sinnvollen Detaillösungen aufwartet, in seinem Heimatrevier Probe fahren.

Nach wie vor befindet sich die Vri-Jon-Werft, die in jüngerer Vergangenheit vorübergehend in unruhiges Fahrwasser geraten war, in der 500-Seelen-Gemeinde Ossenzijl im Grenzgebiet der landschaftlich wunderschönen Provinzen Friesland und Overijssel. Wer als Skipper von der friesischen Seite kommt, auf dem schmalen Ossenzijlersloot unterwegs ist und beispielsweise über die pittoreske Kalenberger Gracht ins mittelalterliche Städtchen Blokzijl reisen möchte, der tuckert unweigerlich am steuerbords gelegenen Werftgelände vorbei, das seit 1985 von der Familie Jonas bewirtschaftet wird. Der selbst für den Insider einigermaßen überraschende »Crash« ereignete sich in der Saison 2013, doch noch im gleichen Jahr wurde mit der in Vri-Jon DSA Yachts geänderten Firmierung die wirtschaftliche Genesung und allmähliche Rückkehr in die Erfolgsspur eingeleitet.

Die Fäden in der Hand hat mittlerweile Patrick Jonas (42), der seinen Vater Jan Jonas vor drei Jahren in dieser Funktion beerbte. Der Senior hatte den Betrieb in 1984 gegründet und kontinuierlich zu einem Vorzeigeunternehmen mit exquisiten Bootsmodellen ausgebaut. Im Laufe der Zeit entstanden mehr als 250 durchweg attraktive und entsprechend hochpreisige Freizeitschiffe in Längen von neun bis fünfzehn Metern, von denen die meisten in enger Absprache mit dem zahlenden Kunden exakt nach dessen Vorgaben konfiguriert wurden. Auch das, was wir vor wenigen Wochen bei unserem Besuchstermin am Vri-Jon-Auslieferungssteg erblicken, kann sich sehen lassen. Die 12,46 x 4,20 m messende Contessa 42 OC entwickelte Patrick Jonas gemeinsam mit den Naval-Architekten von Smeding Jachtservice. Das gute Stück steht natürlich da wie aus dem Ei gepellt.

Luftiger Salonbereich mit einer exzellenten Rundumsicht

 

Die Proportionen der Baunummer 1 mit ihren zugunsten eines größeren Innenraumes ungewöhnlich hoch angesetzten Gangborden stimmen perfekt, und auch die kontrastreiche Farbgebung – ein kräftiger, sehr dominanter Blauton am Rumpf in Kombination mit weißen Decksaufbauten – macht die auf den Namen »Avalon« getaufte Testkandidatin zu einem Eyecatcher. Wir möchten wissen, was dieses extravagante Qualitätsboot in der Praxis zu bieten hat und laden Sie nun zu einem hoffentlich aufschlussreichen Rundgang ein…

Technische Details

Länge über Alles: 12,46 m
Breite: 4,20 m
Durchfahrtshöhe: 2,70 m
Tiefgang: 1,15 m
Gewicht: 15.000 kg
CE-Kategorie: B
Max. Personenzahl: 9
Kojenzahl: 4
Brennstofftank: 800 l
Wassertank: 600 l
Septiktank: 100 l (auf Wunsch größeres Volumen möglich)
Baumaterial: Schiffbaustahl
Motorisierung: Einbaudiesel mit Wellenantrieb, Basismotor ist ein Volvo D3-110 mit 80,9 kW (110 PS). Die Werft installiert alle passenden Motorfabrikate mit einer Leistung bis etwa 155 kW (210 PS) Grundpreis (ab Werft): 412.500 €, Preis des Testbootes inklusive umfangreicher Extraausstattung und Volvo D3-150: 475.000 €

Das finden wir gut: 

-Verarbeitungsqualität der gesamten Yacht auf Top-Niveau
-Angenehm luftiger Deckssalon mit exzellenter Rundumsicht
-Einwandfreie Lauf- und Manövriereigenschaften

Das finden wir nicht gut: 

-Die Sitzposition am Steuerstand könnte etwas bequemer sein

Informationen und Werft

Vri-Jon DSA Yachts B.V. (Werft und Lieferant des Testbootes),
Opdijk 16, NL-8376 HH Ossenzijl, Tel. 0031-561477700,
www.vri-jon.nl

Den kompletten Artikel lesen Sie auf SKIPPER Bootshandel 07/2021!
Text & Fotos: Peter Marienfeld

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