Test: Ryds 486 BF

Ambitionierte Sportangler favorisieren in der Regel zweckmäßig gestylte offene Boote ohne viel Schnickschnack, die dafür aber möglichst geräumig ausfallen sollen. Genau diesen Anforderungen entspricht die von uns getestete Ryds 486 BF.

Für die Saison 2021 ist die 4,85 m lange und 2,03 m breite Ryds 486 BF, man lese und staune, schon seit Wochen restlos ausverkauft. »Ryds Boats verzeichnet momentan eine rekordverdächtige Nachfrage, und speziell die Angelboot-Serie erfreut sich einer enormen Beliebtheit«, berichtet Testboot-Lieferant Stephan Gauert (31). Der nette junge Mann ist mit seiner Firma Boat & Living im schleswig-holsteinischen Ostseebad Heiligenhafen anzutreffen. Und zwar in allerbester Lage. Direkt am Wasser, mit eigener Marina und nur wenige nautische Meilen vom Fehmarnsund und dem »größten Kleiderbügel der Welt« – der Fehmarnsundbrücke – entfernt.

Das uns für die Messfahrten ausgehändigte Vorführmodell namens »Flunder« lief ein paar Monate in der Vermietung, um mit ständig wechselnden Petrijünger-Crews auf Beutezug zu gehen. Weil die Distanzen zu den Fischgründen in diesem privilegierten Revier im hohen Norden der Republik nicht allzu groß sind, entschied sich Stephan Gauert dafür, das unbelastet 400 kg schwere Kunststoff-Boot mit einem führerscheinfreien Mercury F15 ELPT EFI zu bestücken. Wie von der Modellbezeichnung abzuleiten ist, startet der zweizylindrige Langschaft-Viertakter elektrisch – und verfügt über einen stufenlosen Powertrimm. Bevor wir uns mit der Leistungsfähigkeit des phantomschwarz lackierten 49-kg-Motörchens beschäftigen, hier zunächst einige Fakten über die in den 1960er-Jahren von Gunnar Pettersson gegründete Ryds-Werft.

Während des Fotoshootings auf der Ostsee wurde – leider erfolglos – »probegeangelt«. Dabei bewies die 4,85 x 2,03 m messende Ryds 486 BF, deren innere ordwandhöhe 59 bis 63 cm beträgt, eine vorbildliche Kippstabilität

 

Diese ist in der småländischen Ortschaft Ryd beheimatet und hat mit einer Investoren-Gruppe des IKEA-Konzerns finanzkräftige Partner an ihrer Seite. Bisher wurden mehr als 100.000 Bootseinheiten produziert, von denen die meisten in Schweden und den skandinavischen Nachbarländern verblieben. Deutscher Exklusivimporteur der bewährten nordischen Freizeitboote ist die in Preetz bei Kiel ansässige TPM GmbH, die bundesweit mit fünf autorisierten Fachhändlern kooperiert…

 

Technische Details

Länge über Alles: 4,85 m
Breite: 2,03 m
Tiefgang: 0,40 m
Gewicht: 400 kg
CE-Kategorie: C
Max. Personenzahl: 5
Brennstofftank: 55 l (Zubehörartikel – ab Werft nicht lieferbar)
Baumaterial: GFK
Motorisierung: Außenborder (Langschaft), maximal zulässige Motorleistung 36,8 kW (50 PS)
Grundpreis (ohne Motor): 7.995 Euro, Preis des einsatzbereiten Testbootes inklusive Sonderausstattung und fahrfertig montiertem Mercury F15 ELPT EFI 13.995 €

 

Das finden wir gut

-Kompaktes, sehr geräumiges Angelboot mit hoher Kippstabilität
-Bereits mit führerscheinfreien 11 kW (15 PS) recht flott und wendig
-Einfache Handhabung im Fahrbetrieb und sehr leicht zu trailern

Das finden wir nicht gut

-Batterieschalter an ungünstiger Stelle an der Heckbank montiert

 

Informationen und Werft

Boat & Living GmbH (Ryds-Händler und Lieferant des Testbootes),
Warteburgweg 7, 23774 Heiligenhafen, Tel. 04362-90290,
www.boatandliving.de
TPM GmbH (Ryds-Importeur für Deutschland), Bergweg 7-9,
24211 Preetz, Tel. 04342-711616, www.rydsboote.de
Ryds Boats AB, Strandvägen 4, SE-36010 Ryd, www.ryds.se

 

Den kompletten Bootstest lesen Sie in SKIPPER Bootshandel 05/2021!
Text & Fotos: Peter Marienfeld