Bootfahren in Kroatien: Neue Kurtaxen-Regelung sorgt für Ärger

Seit dem Beitritt Kroatiens zur EU hat sich für uns Bootfahrer einiges geändert auf dieser Seite der Adria. Nicht alles, was in dieser Zeit an Gesetzen und Formalitäten geschaffen wurde, war und ist für jedermann nachvollziehbar. Tatsache ist, dass das Befahren der kroatischen Gewässer kostenpflichtig ist und zu den Gebühren gehört auch die Kurtaxe. Jetzt hat eine lancierte Ankündigung zur Erhöhung der Kurtaxe in Kroatien die Schar der Bootfahrer, die in der kroatischen Adria ihrem geliebten Hobby nachgehen, kräftig aufgerüttelt. Kroatien erhöht die Kurtaxe für Skipper ab 2018 um bis zu 600 Prozent!

Steigerung bis zu 600 Prozent

Zuerst waren es nur unbestätigte Meldungen, dass die pauschalen Gebühren für die Kurtaxe, die für Wassersportler erhoben werden, verdoppelt und in einigen Bootsgrößen um bis zu unglaubliche 600 (!) Prozent steigen soll. Hierzu kursierten Meldungen mit zum Teil widersprüchlichen Aussagen quer durch die entsprechenden Wassersport-, Urlaubs- und Kroatienforen. Auch in den Clubs führte die Nachricht zu lebhaften und natürlich konträren Meinungen und Stellungnahmen. Dass dabei auch Polemik und Hohn dabei waren, gehört wohl irgendwie zum Geschäft, hilft aber den enttäuschten Bootfahrern, die seit Jahrzehnten dem aufstrebenden Urlaubsland – in guten wie in schlechten Zeiten – die Treue hielten, nicht unbedingt weiter, wenn es um die (Finanz-)Planung für die nächste Wassersportsaison geht.

Zur Ausgangslage: Von allen Touristen wird in Kroatien – wie auch in vielen anderen Urlaubs- und Reiseländern – eine Kurtaxe erhoben; dies betraf bisher auch schon alle Eigner von Segel- und Motorbooten, die länger als 5 Meter und mit Koje ausgestattet sind. Diese Aufenthaltsgebühr wird bei der Anmeldung im nächstgelegenen Hafenamt pauschal für alle Personen, die auf dem Boot übernachten, erhoben und ist von der Bootslänge und der Aufenthaltsdauer abhängig.

Kurtaxe auch für Charterboote

In 2017 lagen die Beträge zwischen 150 und 1.700 Kuna (ca. zwischen 20 und 226 Euro, Stand November 2017). Inhaber eines Jahresliegeplatzes in den kroatischen Marinas sind verpflichtet, die vorgeschriebene Pauschalkurtaxe zu entrichten. Die Pauschale wird einmalig gezahlt und deckt alle Aufenthalte des Schiffseigners und seiner Gäste in der Muttermarina, ohne Rücksicht auf die Aufenthaltsdauer. Die Pauschale haben alle Inhaber eines Jahresliegeplatzvertrags zu entrichten, ohne Rücksicht darauf, ob der Vertrag für einen Liegeplatz im Wasser oder an Land geschlossen wurde. Seit 2009 wird die Kurtaxe auch für Charterboote erhoben und üblicherweise beim Check-in vor Ort am Charterstützpunkt berechnet.

 

Den kompletten Artikel lesen Sie in SKIPPER Bootshandel 12/2017. Dort finden Sie auch die pauschalen Beiträge der Kurtaxe, die Bootseigentümer für sich und Crewmitglieder, die an Bord nächtigen, zahlen müssen.

Text: Josef Bauer